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Foto von Ben Rayner



ealth machen schrägen, Synthie-getränkten Pop, der von donnernden Herzschlag-Drums so nach vorne geprügelt wird, dass man einfach tanzen muss. Sie entstammen der DIY-Szene um den Club The Smell in Los Angeles, die auch schon No Age und Mika Miko ausgespuckt hat, erinnern aber eher an die frühen Ex Models oder die besseren Momente von Black Dice, aus der Zeit, bevor sie sich in ein Festival der Langeweile verwandelten. Während der Großteil der gegenwärtigen Bands aus L.A. stark vom frühen 80er-Punk beeinflusst ist, sind Health ganz den großen Melodien der Beatles oder der Beach Boys verhaftet, komprimieren diese aber in zehnminütige Liveshows, die so intensiv sind, dass du glaubst, dein Kopf wird jeden Moment explodieren, wie bei dem Typen aus Total Recall. Dauern ihre Konzerte länger als zehn Minuten, so fallen sie einfach um oder schlagen ihr ganzes Equipment kaputt, so geschehen neulich bei einem Instore-Gig von Rough Trade, wo erwartungsfrohe Fans der Pigeon Detectives panisch die Flucht ergriffen. Es war lustig.

Vice: Was ist denn bei der Rough-Trade-Show passiert?

John (Bass):
Das war ziemlich heftig, aber ein großer Spaß. Diese Band, Pigeon Detectives, sollten spielen. Ich glaube, ihre Musik ist eh schon ziemlich schlimm, aber dort sollten sie auch noch einen Akustik-Gig spielen, es war also der reinste Horror. Wir hatten einen kleinen Slot davor und liehen uns Equipment von einer anderen Band, den 45’s. Die waren echt nett, aber irgendwie haben wir ihren Bass kaputt gemacht und sind ab und zu von der Bühne gefallen.

BJ (Drums): Du hast den Bass kaputt gemacht.

John: OK, ich habe den Bass kaputt gemacht. Das passiert uns ziemlich oft, eigentlich kein großes Ding. Ich werde ihn auf jeden Fall ersetzen, wenn sie es jemals nach L.A. schaffen sollten. Ein schöner neuer Bass und etwas Kombucha.

Kombucha? Singen System Of A Down nicht davon?

Jupiter (Gitarre):
Ganz genau. Das ist so eine organische Substanz, ähnlich wie Tee. Im Grunde kann man davon leben. Es spült das Gift aus deinem Körper und kann die schlimmsten Krankheiten heilen, inklusive des hässlichsten Katers, den man sich vorstellen kann.

Klingt ziemlich Hippie-mäßig.

Jake (Gitarre):
Das ist OK. Wir leben alle sehr gesund. Ich versuche, mich vegan zu ernähren, aber auf Tour ist das schwierig. Jupiter kommt aus einer richtigen Hippie-Familie, daher sein Name, er ist auch ziemlich bio. BJ ist allerdings ein Bär. Wir suchten einen Drummer und fanden seine Gesucht-Anzeige direkt in der Gay-Sex-Kategorie. Er hat also zwei verschiedene Rollen bei uns, er stopft quasi zwei Löcher auf einmal.

Das war ja noch schlechter als mein Witz. Warum sind eure Shows so kurz?

John:
Es würde uns einfach langweilen, länger zu spielen. Früher waren unsere Konzerte immer höchstens zehn Minuten lang, inzwischen sind es schon mal zwanzig. Bei einer Show in Deutschland hat mich neulich jemand stinksauer angepöbelt, warum wir den ganzen Weg aus L.A. kommen, um nur eine Viertelstunde aufzutreten.

Jupiter: Die Art, wie wir Songs schreiben, macht es auch schwierig, länger zu spielen. Wir bezeichnen die Songs als große Schau-bilder, in die wir dann Worte und Symbole eintragen, welche die verschiedenen Elemente des Songs repräsentieren. Es ist nicht leicht, sich zu merken, wie die Elemente zusam-menpassen. Vor allem wenn man high ist.

BARNSTAPLE QUIMLEY
Healths Split-7" mit Crystal Castles ist bei Lovepump United erschienen.
www.myspace.com/healthmusic