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DOS & DON'TS

They can repeat any dialogue from any DVD boxset ever released in the history of sitting on the couch and merging disgustingly into the same sweaty delivery pizza sweating, cat litter stinking, 8 years into this and still no kids, crazed relationship of a catastrophe of disappointment. Comments/Enlarge | See all


Thank God there's somebody out there who's fighting the racist and stereotypical view that the only people who cannibalise children these days are warlords from Liberia. Comments/Enlarge | See all






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Fotos: MLDD. Protestfotos: Tina (die aus Angst vor Bestrafung seitens der Regierung nicht ihren richtigen Namen verwenden wollte)



ls ich das erste Mal in der Warteschlage am Grenzübergang zwischen Macao und China stehe, habe ich wirklich Schiss. Nach allem, was ich in der Zeitung über die Polizei und die Zentralregierung las, kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass sie mich einfach willkürlich festnehmen, in den Knast schmeißen und hinrichten werden. Wahrscheinlich bin ich nur paranoid, denn schließlich schaffe ich es problemlos durch die Passkontrolle und mache meinen ersten Schritt auf chinesischem Territorium.

Nach einer Weile wird mir klar, dass es hier eigentlich OK ist, in der Öffentlichkeit die Regierung zu kritisieren und dass E-Mails und SMS höchstwahrscheinlich nicht überwacht werden. Selbst als Künstler schafft man es, die Zensur zu umschiffen, denn der chinesische Kunstmarkt boomt, und die Regierung ist stolz, endlich wieder über anerkannte kulturelle Exportgüter zu verfügen. Wenn man sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert und sich nicht in ihre einmischt, ist man im Alltag relativ frei. Manchmal ist es aber unvermeidlich, der Regierung in die Quere zu kommen. Dann merkt man auch, wie ernst das werden kann.



Anfang diesen Jahres ziehe ich in die am Meer gelegene Stadt Xiamen (die damals Amoy hieß), weil sie als einer der landschaftlich schönsten und angenehmsten Orte Chinas gilt. Ich würde eher behaupten, dass es einer der drei noch „bewohnbaren“ Orte ist, seitdem die Entwicklungen der letzten Jahre die Umwelt in China auf apokalyptische Weise verwüstet haben.

Diesen März beginnen Informationen durchzusickern, dass in Xiamen heimlich eine taiwanesische Chemiefabrik gebaut würde. Laut der Meinung vieler Wissenschaftler ist die Chemikalie Paraxylen (PX), die in der Fabrik hergestellt werden soll, eine extrem umweltschädliche und krebserregende petrochemische Substanz, welche die Umwelt in der Umgebung schädigen und das Auftreten embryonaler Abnormalitäten erhöhen würde. Also keine so tolle Sache. Zudem hätte ein Unfall in der Fabrik ähnliche Auswirkungen, „als hätte man eine Atombombe über der Xiamen-Insel abgeworfen“, wie es in SMS-Nachrichten heißt, die in der Stadt von einem zum anderen weitergeleitet werden. Die Firma hat zuvor versucht, eine Fabrik in Taiwan zu bauen, was aber von der dortigen Regie-rung abgelehnt wurde, weil man es für zu schädlich und nicht sicher genug hielt. Nun scheint es aber, dass das in China kein Problem ist, denn sie bauen die Fabrik in weniger als eineinhalb Kilometer Abstand zu einem Wohngebiet und nur sechseinhalb Kilometer vom Stadtzentrum von Xiamen entfernt. Laut internationalen Maßstäben sollte bei der Herstellung von PX ein Abstand von mindestens hundert Kilometern zu städtischen Siedlungen eingehalten werden.



Im Mai beginnt sich unter den Einwohnern von Xiamen, und auch bis zu mir, herumzusprechen, dass für den 1. Juni eine illegale Demonstration geplant ist. Das PX-Projekt wurde von der Regierung abgesegnet und daher ist man, wenn man etwas gegen PX hat, in ihren Augen auch automatisch gegen die Regierung. Die Leute beginnen diese Situation lebhaft in Internetblogs, in E-Mails, in Instant Messages, in Webforen und SMS zu diskutieren, während die Internetpolizei der Regierung große Anstrengungen unternimmt, alles zu blockieren, zu sperren und zu überwachen, was die zwei Buchstaben PX enthält—ohne Scheiß. Ein chinesischer Bekannter von mir, Zhezi, ein Student und Modedesigner, zieht ein paar Tage lang durch die Stadt, um Graffitis an die Wände zu sprayen, in denen steht: „Ich liebe Xiamen. Jeder ist eine Insel. Jeder ist Xiamen. Anti-PX.“ Gleichzeitig stellt er Fotos mit einem Anti-PX-T-Shirt, das er designt hat und verkaufen will in seinen Blog. „Am nächsten Tag kamen sechs Männer in mein Internatszimmer“, erzählt mir Zhezi. „Ein paar waren vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit, ein paar waren von der Städtebauabteilung und wieder andere von der Sicherheitsabteilung der Universität. Sie konfiszierten meine T-Shirts und warnten mich, nicht an dem Protest teilzunehmen, falls ich vorhätte, in diesem Jahr noch meinen Abschluss zu machen.“


CONTINUED:
THE GREAT FIREWALL
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