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Foto: Dennis McGrath



achen Schwarze das beste Barbecue?

Na ja, jeder kriegt ein gutes Barbecue hin. Als ich 1988 in der Jury des Nationalen Rippchen-Kochwettbewerbs saß, bekam ich Barbecue aus aller Welt zu kosten. Hawaii, Japan, alles, was man sich vorstellen kann. Und das meiste davon hatte eine gute geschmackliche Eigenheit, wisst ihr. Einmal traf ich bei diesem Rippchen-Wettbewerb so ein paar Typen aus Texas, die sagten: „Hey, Mann, wir sind wegen dem Geld hier, aber du bist derjenige, der das mit dem Barbecue drauf hat.“ Und ich sagte: „Wie kommt ihr darauf?“ Und er sagte: „Die Schwarzen machen das beste Barbecue.“ Da war so ein alter weißer Typ, der mir das erklärte ... Ich sagte: „Gut, das ist deine Meinung. Jeder kriegt ein gutes Barbecue hin.“

Ich habe gehört, dass ein paar ehemalige Black Panther scharfe Saucen vermarkten?

Das ist David Hilliard. Er nennt es „Burn Baby Burn Hot Sauce“.

Haben Sie da etwas mit zu tun?

Nein, ich hab da nichts mit zu tun. Rein gar nichts.

Schon einmal probiert?

Nein.

Wie reagieren Sie, wenn die Leute sagen, dass Sie Ihre Ideen verkaufen, wenn Sie dieses Barbecue-Ding machen?

Revolutionäre müssen auch essen. Ich war vor 15 Jahren, als Spike Lees Malcolm X rauskam, im nationalen Fernsehen. Sie hatten da einen Ausschuss von acht Leuten. Und so ein kleiner, dicklicher weißer Typ sagte: „Dieser Bobby Seale, na ja, der hat sich ja verkauft.“ Und ich sagte: „Mann, was zum Teufel quatschst du da?“ „Ja, er hat sich verkauft, weil er ein Buch über Barbecue geschrieben hat.“ Darauf sagte ich: „Und was ist mit dem Jazzalbum, das ich rausgebracht habe? Ich bin ein Architekt, ich habe ein Buch über platz-sparende Architektur rausgebracht, ist das auch ein Ausverkauf?“ Hier ist mein Barbecue-Buch. Ich hielt es hoch, und ich sagte: „Das ist das einzige Buch über hausgemachtes, hickorygeräuchertes Süd-staatenbarbecue in Amerika, und zu ihrer Information, Revolutionäre essen auch manchmal.“ Ich hab ihn abgeschossen, diesen blöden Idioten. „Mann“, sagte ich, „du raffst es vielleicht später.“ Und manchmal sagen die Leute: „Warum schreibt der denn jetzt ein Kochbuch?“ Was ist los, ist das nicht männlich genug? Die können sich verpissen. Die wissen noch nicht mal, was Männlichkeit ist. Ich führe permanent einen philosophischen Streit mit solchen Idioten, die mit irgendeiner mythischen Missrepräsentation ankommen, was Männlichkeit ist—oder mit dem ganzen anderen Scheiß, was ein Revo-lutionär ist und so weiter. Es gibt da Leute, die eine sehr zweidimensionale Art haben zu denken, oder die sogar nur auf einer ein-dimensionalen Ebene denken. Sie haben entweder ihren Penis ganz vorne in ihrem Ego oder ihr Ego ganz vorne in ihrem Penis, und das ist beides nicht besonders toll, wenn sich die Dinge nur um irgendeine Penis-verbindung drehen ... Ich erinnere mich noch, wie Eldridge Cleaver in seinem Buch sagt, dass die Pistole die Verlängerung seines Penis sei. Da sag ich nur, verpiss dich. Ich denk an die ganzen Sachen zurück, und ich sag mir, Mann, dieser Bruder hier, er versuchte zu sagen, dass er ein Recht hätte, weiße Frauen zu vergewaltigen, wegen dem, was die weiße Rasse in der Vergangenheit getan hat. Und da sag ich, gut, dann lässt er sich wirklich auf ihr Niveau herab, wisst ihr? Wir waren nie Rassisten. Der FBI und das COINTELPRO [das Counter Intelligence Program des FBI, Anm. d. Red.] versuchten den Eindruck zu vermitteln, dass die Black Panther Party rassistisch wäre, aber das waren wir nicht. Es ging nicht darum, irgendwelche Leute wegen ihrer Hautfarbe zu diskriminieren. Uns ging es um Macht für alle, statt die Macht den Rassisten zu überlassen—oder den Geld-gierigen, die mit den Rassisten zusammen-arbeiten, um uns zu unterdrücken und auszubeuten. Dafür stand ich, und es ist mir egal, was Edgar Hoover oder sonst irgendjemand behauptet, was ich vertreten haben soll. Sie sind im Unrecht. Ich weiß, worum es mir ging.

INTERVIEW: BEN WHITE
Ihr könnt die überarbeitete Fassung von Barbeque’n with Bobby Seale auf bobbyqueseale.com bestellen.


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BOBBY-QUE
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