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DOS & DON'TS
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Eldridge war wirklich ein reiner Anarchist. Er wollte diesen ganzen Bakunin-Scheiß abziehen, wisst ihr? Eldridge brachte zum Beispieldamit euch klar wird, wovon ich hier redeeinmal so ein Pamphlet, „Kate-chismus eines Revolutionärs“, herausdas war nach der Sache mit der Schießerei. Das ist ein Pamphlet des Informationsminis-teriums der Black Panther Party. Ich hatte diese Scheiße nicht gelesen, klar? Ich wusste nicht, dass es alles von Bakunin stammt, dem Anarchisten aus dem 19. Jahrhundert. Und dann rief Marlon Brando bei mir an und sagte: „Bobby! Ich werde dir kein Geld mehr schicken.“ Denn Brando hatte mir immer Geld gegeben. Er muss mir so an die zehn Mille gespendet haben. Aber er sagte zu mir: „Ich werde nicht mehr mit euch zusammenarbeiten. Ihr rennt rum und erzählt den Leuten, dass sie ihre Mütter und Väter für die Revolution umbringen sollen. Das ist nicht richtig.“ Ich sagte: „Wir tun nichts dergleichen, was zum Teufel ist los mit dir, Marlon?“ „Hier auf Seite so und so!“ „Von was?“ Und er sag: „Von euerm Katechismus eines Revolutionärs!“ Also sag ich: „Rosemary, gib mir das doch mal aus meiner Tasche.“ Ich trug das Ding zwei Monate lang in meiner Tasche mit mir herum und hatte das verdammte Teil nicht gelesen, weil ich zu beschäftigt war, ich organisierte zu viel. Also blättere ich zu Seite so und so, und er liest: „Tötet ihre Mütter und ...“ Und ich sage: „Verdammt, tut mir leid, Mann ...“, und er sagt: „OK, bis dann, tschüss“klick. Also hab ich meine Finanz-quelle verloren, bloß wegen Eldridge Cleavers Scheiß. Zu einem späteren Zeitpunkt nahm ich mir dann wirklich die Zeit, mir das anzusehen und addierte zwei und zwei zusammen. Als ich 1992 wieder mit Eldridge zu reden begann, hatten wir die Gelegenheit, uns über verschiedene Dinge zu unterhalten. Ich sagte also zu Eldridge: „Du hattest den ‚Katechismus eines Revolutio-närs‘. Ich erinnere mich noch, dass du Martin Luther King einen gewaltlosen Narren genannt hast. Jetzt bist du ein wiedergeborener Christ und stehst auf der anderen Seite des Zauns. Also hast du, als Little Bobby Hutton erschossen wurde, vom Standpunkt des ‚Katechismus eines Revolu-tionärs‘ aus operiert?“ Er sagte: „Ja, ich war einfach dumm, ich dachte, wir müssen etwas tun, bumm, bumm, bumm.“ Was steht denn genau im „Katechismus eines Revolutionärs“ drin? Es beruht auf Bakunin. Er rannte rum und sagte, tötet alle möglichen Regierungsbeamten, ermordet sie, schießt sie auf der Straße nieder, bla, bla, bla. Tötet Polizisten und so weiter alle, die den Staat repräsentieren. Ich war hingegen eher an einer program-matischen Organisation interessiert. Ich rief all diese kostenlosen Frühstücksprogramme ins Leben. Huey Newton war daran nicht beteiligt, er war zu der Zeit, als diese Pro-gramme losgingen, im Knast. Huey hat diese Sachen nicht ins Leben gerufen. Ich hab mit dem ganzen Scheiß angefangen, wisst ihr? Ich hab den Scheiß einfach durchgezogen. Denn ich bin der Meinung, dass es keinen Sinn macht, sich an die Straßenecke zu stellen und irgendwelches sogenanntes militante Zeug zu quatschen, wenn man es nicht schafft, die Leute zu organisieren. „We need unity in the black community “, so hieß es damals. Und ich sagte, man müsse die Menschen um etwas herum vereinen. Das hab ich schon ein paar Typen gesagt, bevor die Partei überhaupt gegründet war. Ein Haufen Bürostuhl-revolutionäre, die ihren Arsch nicht hoch-kriegten. Letzen Endes war ich es, der die Black Panther Party gründete, der Huey dazu kriegte, mir dabei zu helfen. Ich war derjenige, der das Büro besorgt hat, der das Schild auf das Fenster gemalt hat, der die Mitgliedsanträge ausgelegt hat. Den ganzen Scheiß habe ich gemacht. Ich war ein Ingenieur, ich habe gut verdient. Ich war in der Stadtverwaltung, und ich habe als Direktor eines Job-Programms für Jugendliche gutes Geld verdient. Zeit und Geld habe ich investiert. Ich war ja nicht verheiratet oder so was. Man muss handfeste Sachen machen. Ich war ein Zimmermann und ein Bauarbeiter. Darum ging es mirloszuziehen und ein Haus zu bauen, ein politisches Hauseinen politischen, wahlrechtlichen Rahmen, um die Leute um ein basisdemokratisches Programm zusammenzubringen. Habt ihr noch Fragen übers Grillen? Gab es damals je Probleme mit den Moslems und den Leuten von der Nation of Islam, wenn die Leute um sie herum Schweinefleisch aßen? Ich bitte euch, ich hatte mit den Moslems überhaupt nichts zu tun. Zu mir brauchst du gar nicht erst zu kommen, um mir was von wegen „Du darfst kein Schweinefleisch essen!“ zu erzählen. Wie es Nipsey Russell, der Komiker, einmal sagte: „Mann, ich dachte, du hast ein Problem mit dem Weißen, der dich unterdrückt. Dagegen würde ich mich organisieren. Aber ich habe kein Problem mit einer Schweinshaxe.“ Da hab ich keine Zeit für. Das ist ritualistischer Schwachsinn. Ich bin ein Ingenieur. Ich habe zwei Jahre in der Ingenieursabteilung des Gemini-Raketenprojektes mitgearbeitet. Ich habe elektromagnetisch betriebene, nicht destruktive Schwarzlichttests an allen Motor-rahmen für das Gemini-Raketenprogramm durchgeführt. Ich habe mich in der Welt der Hightech eingebracht, lange bevor ich anfing, mich für die Bürgerrechtsproteste zu interessieren. Ich baue auf gute, erwiesene, wissenschaftlich nachweisbare Fakten und nicht auf irgendwelchen mythischen Schwachsinn. Die Nation of Islam rannte zu der Zeit rum und bezeichnete alle Weißen als Teufel. Gut, das ist einfach Scheiße. Das ist irgend so eine alte metaphorische, mythische Missrepräsentation. Man bezeichnet Weiße nicht als Teufel. Du bist Teil dieser biologisch existenten Homo Sapiens Menschenspezies. Ich meine, Malcolm X fand ich gut, weil er sich nicht auf die Zunge gebissen hat. Aber ich hatte keine Zeit für die Nation of Islam. Die brauchten gar nicht erst bei meiner Organisation anzutanzen. Es gab jede Menge Schweinefleisch. Ich hatte Schweine-koteletts, ich hatte Schweinebraten, ich hatte Schweinerippchen und Rind und Huhn und alles andere. Und heute weiß ich, dass ein Überschuss an Fett in der Nahrungnicht die Nahrung selbst, sondern das Fettdie Arterien verstopft. Ich grille nie das Fett von Rippensteaks oder so, weil es zu fett ist. Aber egal, die Nation of Islam war in diesem College unterwegs, wo ich studierte, aber ich hatte keinerlei Interesse an denen. Ich wäre ihnen nie beigetreten, obwohl ich Malcolm mochte, weil ich nicht daran glaubte, religiöse Doktrin ans Steuer des mensch-lichen Befreiungskampfs zu setzen. CONTINUED: BOBBY-QUE | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | | |||||||||||||||||||||||||||||||||