|
|
DOS & DON'TS
RELATED ARTICLES
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
Oh, das mit der Selbstverteidigung hatte mehr mit meinem Vater zu tun. Mein Vater hat mir beigebracht, dass man niemanden auf sich herumtrampeln lässt. Wenn jemand auf einem rumtrampelt, einen schlägt... Sein Spruch warund zwar in einem befehlsmäßigen, bestimmenden Ton: „Geh, hol dir ein paar und mach sie fertig. Du hältst sie dir vom Leib, Junge, hörst du das?“ Und ich sagte: „Yes, Sir.“ Ich hatte Angst vor meinem Vater, wisst ihr. Als ich 13 wurde, versuchte ein Mann ihn umzubringen. Mein Vater erschoss ihn. Und ich war dabei, versteht ihr? Er starb nicht, aber mein Vater schoss ihm mit einer Savage-Flinte den Arm weg. Er benutzte diese Hohl-spitzen-Munition, damit kann man einen Elefanten wegpusten. Mein Vater feuerte einen Schuss in den Boden, dass die Erde nur so spritzte, und der Typ rennt mit dem Messer in der Hand auf ihn los, und mein Vater feuerte noch einen Schuss ab. Im Rennen traf es den Typen am linken Arm, und es riss ihn herum und warf ihn zu Boden. Er richtete sich auf und begann auf seinem anderen Arm davonzukrauchen und ließ dabei das Messer fallen. Er ver-suchte sich in sein Auto zu retten und letztendlich schaffte er es. Mein Vater schoss noch einmal, und der Schuss ging durch das Rückfenster des Autos. Was ich damit sagen will, ich lernte da, dass ich mich verteidigen muss, selbst wenn das heißt, dass man einen Menschen umbringen muss ... Ich bin als Jäger und Fischer aufgewachsen, OK? Mein Vater kaufte mir meine erste .30-30-Winchester, als ich zwölf Jahre alt war. Er hatte sieben oder acht Typen, mit denen er in Nordkalifornien jagen ging. Wir jagten Rehe und Bären. Und so wurde ich halt erzogen. Gab es in den 60ern, nachdem Sie die Black Panther Party gründeten, viele Barbecues? Oh, Mann. Das war unsere Haupteinnahme-quelle! Ich machte in Oakland Benefiz-Barbecues, um an Geld zu kommen, und wir verkauften 3.000 Teller für zwei Dollar das Stück. Wir bekamen das meiste Fleisch und das Essen und das ganze Zeug geschenkt, weil wir schon die kostenlosen Nahrungs-programme am Laufen hatten. Wir waren dabei, ein kostenloses Frühstücksprogramm einzurichten. Meine Güte, bei den Versamm-lungen, die ich mit meinen Black Panther-Parteimitgliedern organisierte, hatten wir überall Grills herumstehen. Wir sagten den Leuten, wie das Geld in das kostenlose Frühstücksprogramm floss und in die kostenlose Gesundheitsvorsorgeklinik und so weiter. Wir hatten einen Pick-up-Truck dabei, mit Unterhaltungsprogramm und Lautsprechern und Mikrofonendas volle Programm. Waren nicht Bobby Hutton und der Informationsminister, Eldridge Cleaver, auch gerade unterwegs zu einem Barbecue, als sie 1968 in eine Schießerei mit der Polizei gerieten, bei der Hutton und ein Polizist starben? So hatte es Eldridge Cleaver dargestelltdass sie ein paar Sachen holen waren, weil es am nächsten Tag bei einer Versammlung ein Benefiz-Barbecue geben sollte oder so ähnlich. Aber inzwischen weiß ich, dass das gelogen war. Das war nur so eine clevere Art zu verdeutlichen, dass sie der Polizei nicht auf-gelauert haben, sondern die Bullen angefangen haben, auf sie zu schießen. Später fand ich heraus, dass sie in Wirklichkeit selbst mit dem Schießen anfingen. Martin Luther King war gerade umgebracht worden, also war mein Hauptproblem, Aufstände zu verhindern. Ich habe dann tatsächlich auch alle Aufstände in der San Francisco Bay-Gegend verhindert. Ich glaubte nicht an Aufstände. Das ist meine klare Meinung. Das bringt schlicht und einfach nichts. Ich sollte zu Martin Luther Kings Beerdigung gehen, und Eldridge Cleaver schnappte sich David Hilliard und vier oder fünf andere Typen, und sie haben den Bullen im Prinzip mehr oder weniger aufgelauert, wie ich inzwischen herausfand. So ist es in Wirk-lichkeit gelaufen. Sie gerieten in eine Schießerei, sie wurden auseinandergetrieben, sie konnten nicht schießensie hatten es nicht gelernt, sie versuchten nur herumzurennen und irgend-eine scheiß Guerillanummer abzuziehen. Darüber war ich immer ziemlich angepisst. Ich hatte eine militärische Ausbildung, und ich kannte den Unterschied zwischen einer zivilen Situation und einer militärischen Situation. Und Eldridge stellte sich schlicht-weg als ein gottverdammter Anarchist heraus, wenn ihr wisst, was ich meine. Aber wie dem auch sei ... peng, peng. Also waren Eldridge und Hutton und die ganzen Typen nur angepisst und wollten ein bisschen Stunk machen? Ja, weil Martin Luther King umgebracht worden war. Und ich sagte nur die ganze Zeit: „Keine Aufstände, wir reagieren einfach nicht darauf, bla, bla, bla.“ Aber sie hörten nicht auf mich. Ich habe außerdem gelesen, wie der Panther-Verteidigungsminister, Huey Newton, irgendwo schreibt, dass er 1967, als er ange-schossen wurde und einen Bullen erschoss, gerade auf dem Weg nach Oakland zu einem Barbecue war. Das ist eine Lüge. Er war zu keinem gottverdammten Barbecue unterwegs. Aber Hueys Situation war eine andere. Frey, der Polizist, hatte wirklich versucht, Huey umzulegen. Frey hatte Huey befohlen, zu dem Polizeiauto rüberzulaufen. Und Huey zitierte immer sofort die Gesetze. Das war sein stärkstes, klarstes Verteidigungsargu-ment. Sobald ein Polizist jemanden von einem Ort zum anderen beordert, ist diese Person technisch gesehen unter Arrest. Also: „Bin ich unter Arrest? Ich fordere sie auf, mir mitzuteilen, weswegen ich verhaftet bin.“ Huey hielt an, drehte sich direkt vor dem Polizeiauto um, und Frey hatte seine Pistole schon draußen. Huey greift nach der Knarredas hab ich ihn schon vorher, bei einer anderen Auseinandersetzung mit der Polizei, machen sehen. Frey drückte auf den Abzug und schoss Huey direkt in den Oberschenkel. Officer Heanes, der andere Polizist, sieht, wie Huey sich Frey schnappt, und er versucht auf Huey zu schießen, aber die beiden wälzen sich herum. Vor Gericht hieß es später, dass die erste Kugel, die Frey traf, aus Heanes’ Pistole kam. Das war wirklich so. Huey fällt zu Boden, zieht seine eigene Pistole und schießt auf Heanes, den er verwundet. Huey schießt dann weiter auf Frey, weil Frey sich noch bewegt und nicht tot ist und dann erwischt es ihn. Der andere Typ, Gene McKinney, der aus dem Auto sprang und wegrannte, kam zurück und half Huey von da wegzukommen. Huey landete schließlich im Krankenhaus und wurde dort von der Polizei verhaftet. Hueys Geschichte war anders als die von Eldridge. CONTINUED: BOBBY-QUE | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | | |||||||||||||||||||||||||||||||||