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These “I’m so over it” fashion queens who call models “dahling” while making them starve themselves to death so they can stagger down a runway in a see-through garbage bag are way worse for women’s lib than the Taliban is. Comments/Enlarge | See all


If you're a psychotic murderer who needs to dispose of body parts across town, dressing up as a Godspell unicycle mime on his way to work is a surprisingly good option. The unicycle case will fit the average-sized kid and people tend to assume the smell is just coming from you. Comments/Enlarge | See all






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ir wissen alle, dass Japan immer ganz vorne ist, wenn es darum geht, Popkultur zu mutieren, auf die Spitze zu treiben, ad absurdum zu führen. Man kann das Subsubsub-Genre Japan-Noise durchaus als verspätete Reaktion auf Hiroshima und Nagasaki verstehen, als Aufbegehren gegen die totale Vereinnahmung durch westlich-hegemoniale Kulturvorstellungen. Masami Akita aka Merzbow ist diesbezüglich seit über zwanzig Jahren in der Welt unterwegs, um den Menschen seine Vorstellung von Kunst um die Ohren zu hauen. Schon mal bei einem Konzert gewesen oder eine seiner CDs komplett durchgehört? Die ersten fünf Minuten sind echt hart, aber dann löst sich, wenn du ein wenig guten Willen mitbringst, dein Geist in einen angenehmen Trancezustand auf, den du mit den üblichen Drogen nicht erreichst. Man kann natürlich auch der Meinung sein, dass jemand, der notorisch Krach macht, eine Menge zu kompensieren hat. Man kann sich wundern, wie dieser des Englischen kaum mächtige Mann, der wirkt, als würde er an den Folgen eines Schlag-anfalls leiden, und dessen Händedruck dem eines 5-Jährigen gleicht, es geschafft hat, solch einen Kult um das Gesamtkunstwerk Merzbow aufzubauen. Nun ja, Geschäfts-sinn gehört auch dazu: Da es sich bei seinen Tunes um hundertprozentige Improvisatio-nen handelt, sind sie stets und immer release-geeignet. Alle möglichen Labels weltweit bringen seine CDs raus. Nachdem er seine Bondage/Pornografie-affine Phase hinter sich gelassen hat, bietet der PETA-Aktivist, der seine Themen auch gern in Büchern verarbeitet, seit geraumer Zeit einen anderen Bezug zu seiner Arbeit: Tierschutz. Bei seine Auftritten tummeln sich illustre Gäste aus Musikbusiness und Geisteswissenschaft, um Zeuge zu werden, wie dieses wundersame Urgestein nach exakt 60 Minuten die Macs zuklappt, ohne in der Zeit auch nur eine Sekunde in Blickkontakt mit dem Publikum getreten zu sein. Fast wie im Interview.

Vice: Hattest du eine gute Reise?

Merzbow:
Ja.

Ich habe dich noch nie live erleben dürfen. Was erwartet mich?

Sorry? [...]

Auf vielen deiner CDs steht: „Recorded at my Bedroom“.

Mein Schlafzimmer ist mein Studio.

Was sind deine musikalischen Einflüsse?

[unverständlich] Hendrix [unverständlich] Jazz [unverständlich]

Viele Künstler wollen mit dir kollaborieren. Wie sieht so eine Zusammenarbeit aus?

Meistens sehr anstrengend für mich. [...]

Die Japaner gelten als ausgemachter warrior tribe. Ist das so? Ist Japan ein gewalttätiges Land?

[unverständlich] China [unverständlich] [...]

Du engagierst dich in Sachen Tierschutz. Immerhin kommst du aus einem Land, das den Walfang propagiert. Wie sind die Reaktionen?

Ich kämpfe gegen eine um den Menschen zentrierte Welt. Menschen töten und essen Tiere. Das darf nicht sein.

Hast du selber Tiere?

[lächelt, das erste Mal Körpersprache] Oh ja, ich habe zwei Enten, ein Schwein und zwei Hähne.

ANDRÉ PLUSKWA
Einen Überblick über die Merzbow-Releases findest du auf merzbow.net.