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DOS & DON'TS

Used to be a dad like this would have the kid in therapy at age 10. These days divorce and addiction in the family are so common that kids are just like: "Meh, fuck this loser. Who wants to go spend what I just stole from his wallet?" Comments/Enlarge | See all






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Fotos von Luke Stephenson






Foto von Reuters





EObwohl die Bilder von nackten Gefangenen, die von ihren Wärtern auf menschenrechtsverletzende Weise übereinander gestapelt wurden, 2004 um die Welt gingen, änderte sich an den schrecklichen Bedingungen in Abu Ghraib zunächst nicht viel. Im März 2006 musste das Gefängnis dann komplett geschlossen werden, um den Status „Schlimmster Ort auf Erden“ loszuwerden. Sana und ihr Sohn Saleh verbrachten einige Monate in diesem Gefängnis, bevor es geschlossen wurde. Sie erzählten uns ihre Geschichten. Danach haben wir geweint.


ie haben meinen Mann verhaftet, er war ein Mitglied der Baath-Partei. Infolge der Misshandlun-gen starb er an einem Herzinfarkt. Wir holten seinen Leichnam aus dem Gefängnis in Abu Ghraib ab. Nach der Beerdigung kamen Polizisten und traten die Tür unseres Hauses ein. Sie waren bewaffnet und haben meinen ältesten Sohn mitgenommen—wie Barbaren.

Mich haben sie in eine große Schule verfrachtet, wo man den anderen Festgenommenen die Augen verbunden und sie an das Heck eines Pick-ups gefesselt hat. Am nächsten Morgen haben sie mich in ein Klassenzimmer gebracht. Das habe ich an den Schreibtischen und der Tafel an der Wand erkannt. Keiner sprach mit mir. Zu essen gaben sie mir ein Stück Brot und ein Glas Wasser. Mit mir waren weitere acht Frauen in dem Klassenzim-mer, jede in einer anderen Ecke des Raums. Wir haben kein Wort gesagt. Wir wussten nicht, welches Verbre-chen wir begangen hatten, oder warum wir zu der Schule gebracht worden waren.

Man hielt uns dort für zwei Tage fest und dann brachte man uns in den zweiten Stock von Abu Ghraib. Dort wurden wir isoliert und in kleine, dreckige, zwei mal zwei Meter große Zellen gesteckt. Die Toilette mussten wir uns teilen. Sie war so dreckig, dass man die ursprüngliche Farbe nicht mehr erkennen konnte. Außerdem war sie von oben bis unten mit Exkrementen verdreckt. Nach fünf Tagen musste ich zum Verhör mit einem amerikanischen Beamten. Er beschuldigte mich, Terroristen in meinem Haus zu verstecken und fragte mich, wo sie seien. Ich schwor, dass ich keine Ahnung hatte, wovon er redete. Das überzeugte ihn nicht. Er schlug mich mehrere Male und drohte auch damit, mich zu vergewaltigen. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Wir konnten nicht besonders gut schlafen, da die Männer nachts wegen der Folterungen schrien. Einmal wurde uns befohlen, zusätzlich zum Männertrakt auch unseren Trakt zu putzen, weil UN-Vertreter das Gebäude besichtigen wollten. Zwei Tage nach ihrem Besuch wurden wir freigelassen.

Ich weiß immer noch nicht, warum ich festgenommen wurde—auch die anderen Frauen wissen es nicht. Nach meiner Entlassung versuchte eine befreundete Anwältin, meine Beschwerde vor das Parlament zu bringen, aber leider erhielten wir keine Antwort. Noch nie wurde ich so sehr erniedrigt.

BERICHTET VON SANA X, AUFGESCHRIEBEN VON ARKAN HAMED




ie drohten mir damit, meine Mutter vor meinen Augen zu vergewaltigen, wenn ich ihnen nicht sagte, wo sich die Person verstecken. „Aber ich kenne ihn nicht“, sagte ich immer wieder. Hätte ich den Gesuchten gekannt, hätte ich ihn verraten.

Danach schickte man mich nach Abu Ghraib. Man übergab mich amerikanischen Gefängniswärtern. Sie hatten Heckenscheren und drohten, mir die kleinen Finger und die Ohren abzuschneiden. Sie verwendeten auch Elektroschocks an meinen Füßen, Knien und am Hals. Ich hab jedes Mal aufgeschrieen, weil sie es bei denen, die nicht auf den Schmerz reagierten, an den Genitalien ansetzten.

Die „Party“ startete zwei Uhr nachts am zweiten Tag. Sie nannten es „Party“. Mehrere Gefangene wurden in der Mitte der Gefängnis-halle zusammengetrieben. Uns wurden die Augen verbunden und wir wurden gefesselt, dann hat man uns getreten, geschlagen und be-schimpft. Wenn man auf einen Tritt nicht reagierte, bekam man noch einen. Sie traten jedes Mal härter zu, bis der Getretene aufschrie.

Alle drei Nächte wiederholte sich das Spektakel. Jeden Morgen wurde ich verhört, manchmal auch nachmittags. Als UN-Vertreter das Gefängnis besichtigten, wurden alle Gefangenen auf einem großen Hof versammelt. An diesem Tag sah ich den stellvertretenden Gefängnisdirektor zum ersten Mal—ein eleganter Amerikaner mit einem grauen Schnauzbart. Er bedrohte uns mit einer ruhigen, freundlichen Stimme, als ob es überhaupt keine Drohung wäre. Er verbot uns, uns zu beschweren, wenn wir nach den Bedingungen in Abu Ghraib befragt würden.

Etwas Vergleichbares wie die Toiletten dort, habe ich in meinem Leben vorher nicht gesehen. Bekanntermaßen waren in den Zellen Lautsprecher angebracht, die uns mit lauten Geräuschen und Stimmen beschalten, besonders nachts. Es war schrecklich.

Nach sechs Monaten Gefängnis wurde aus dem ruhigen, verantwortungsbewussten Anwalt, der ich einmal war, ein gebrochener Mann, ohne Sehnsüchte, ohne Wünsche, ohne Interessen, ohne Arbeit, ohne Glauben und ohne Würde. Ich habe mein Land einmal geliebt, aber jetzt nicht mehr. Anstand? Moral? Dank der Amerikaner gibt es das nicht mehr. Sie haben alles Schöne in meinem Leben zerstört. Sie sollen wissen, dass Millionen von Irakern Rache wollen. Den Amerikanern fehlt es an Zivilisation, darum haben sie den Irak angegriffen. Lass sie ruhig weitermachen, die Iraker werden den ihnen zugefügten Schmerz niemals vergessen.

BERICHTET VON SALEH X, AUFGESCHRIEBEN VON ARKAN HAMED