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DOS & DON'TS
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Dumm! Wieso haben Sie angefangen, diese Fotos zu machen? Mich hat es einfach mentalund vielleicht auch physischermüdet, all diese Leute zu fotografieren, ob Models, Schauspieler oder Musiker. Es ist ziemlich aufreibend, sich in ihre Psyche hineinzuversetzen und mit ihnen zu arbeiten. Da habe ich einfach gedacht: „Verdammt, das kann ich nicht mehr machen. Ich sollte mich einfach selber fotografieren!“ So einfach war das? Ja. Ich glaube, ich wollte auch wissen, wie es ist, fotografiert zu werdenmich selbst so zu betrachten, wie ich es mit anderen Leuten tue. Also habe ich mit mir selbst sehr hart gearbeitet. Was ist so aufreibend daran, ein Porträt von jemandem zu machen? Du musst zuhören und analysieren und mit der Person umgehen. Das kann sehr schnell gehen, manchmal dauert es sehr lange. Es ist wirklich ziemlich ermüdend, sich auf einen anderen Menschen einzulassen und etwas aus ihm herauszuholen. Es ist immer schwierig, wenn Eitelkeit im Spiel ist oder wenn der Fotograf nur zu Werbezwecken genutzt wird, für einen Film oder eine Platte zum Beispiel. Beispielsweise ein Porträt von einer neuen Band oder einem jungen Schauspieler auf einem Magazin … Sie wollen alle nur jung und perfekt aussehen. Es geht nicht darum, wie sie wirklich aussehen. Das ist am anstrengendsten. Aber das habe ich ja mehr oder weniger aufgegeben. Sie sind jetzt auf einem Level, auf dem Sie jedes Projekt problemlos annehmen oder ablehnen können. Wenn mich heute Leute fragen, ob ich ein Porträt von ihnen machen kann, haben sie sich das vorher überlegt. Bei einem bestimmten Typ von Hollywood-Schauspielerinnen, sage ich nein. Aber die wissen meistens schon vorher, dass es keinen Sinn hat zu fragen. Mein von Ihnen aufgenommenes Lieblingsporträt ist das von Yves Saint Laurent. Er sieht darauf so dämonisch aus. Aber trotzdem fragil. Vor zehn Jahren oder so, nahm ich eine Kampagne für YSL auf, damals war er noch an den Geschäften beteiligt. Heute arbeite ich immer noch für sie, aber er gehört nicht mehr zur Firma.Sie müssen unglaublich viele Werbeaufträge und redaktionelle Angebote erhalten. Ziemlich viele. Die meisten lehne ich ab. Manchmal ist ein interessantes Angebot dabei und das nehme ich dann vielleicht an. Zum Beispiel, als ich Patti Smith für den Observer fotografiert habe. Bald fliege ich nach L.A., um David Lynch zu porträtieren. Da bin ich ziemlich scharf drauf. Klingt gut. Ja. Deswegen sehe ich es nicht als kommerzielle Arbeit. Ich sehe es mehr als … sagen wir … als würde jemand einen Independentfilm machen. Die müssen die Darsteller selber casten und die Locations auswählen. Also nutze ich das, um meine eigenen Fantasien und Träume zu kreieren. Für die neue Marc Jacobs-Kampagne habe ich zum Beispiel William Eggleston ausgesucht. Er ist um die 68 und ein Freund von mirein sehr modebewusster Mann! Ich wollte ihn für diese Anzeige fotografieren, aber ich wollte auch einfach mit ihm rumhängen. Er wollte die Schauspielerin Charlotte Rampling kennen lernen, die schon bei einigen Webefotos dabei war, die ich gemacht hatte. Also haben wir uns alle in Paris getroffen und am Ende war sie auch auf den Fotos. Das ist, was ich tun will. Ich will einfach eine gute Zeit haben, eine interessante Zeit. Der Star der neuen Kampagne für Frauen ist … Dakota Fanning. Was für eine verrückte Wahl. Sie war Marcs Wahl, und ich fand die Idee sehr gut. Sie mussten die Sachen kleiner machen, damit sie ihr passen. Wie funktioniert der kreative Arbeitsprozess, wenn Sie mit einer Marc Jacobs-Kampagne beauftragt werden? Es gibt da immer ein paar Leute, die uns als Models vorschweben. Mit Charlotte wollte ich zum Beispiel schon seit einer Weile arbeiten, weil ich sie ganz gut kenne. INTERVIEW VON JESSE PEARSON TO BE CONTINUED JÜRGEN TELLER MACHT, WAS ER WILL | 1 | 2 | 3 | Next> | |||||||||