

Das Chumley’s auf der Bedford Street in Greenwich Village versteckt sich seit 1928 hinter einer unbeschrifteten Tür. Es begann als so genanntes Speakeasy, ein illegales Lokal zur Zeit der Prohibition. Später wurde es immer mehr zu der Literatenbar New Yorks schlechthin. Von Mailer über Maugham zu Steinbeck bis Salinger, Faulkner und Fitzgeraldalle trafen sie sich im Chumley’s. Heutzutage kommt es einem so vor, als würde alle zehn Minuten irgendeine Touristengruppe da durch stapfen. Aber wenn man einen ruhigen Tag erwischt, am Feuer sitzt und sich einfach ordentlich betrinkt, kann man eine Weile so tun, als wäre man ein guter Schriftsteller. Nachts macht es auch Spaß: Jede Menge Feuerwehrmänner aus der Nachbarschaft und allerlei Hipster stopfen den Laden voll und lassen die Sau raus.
FOTOS Richard Kern
STYLING Annette Lamothe-Ramos
HAARE & MAKEUP Jenae Wilkens
MODELS Ida Agrahn, Katherine Joanne Kirk, Martina Correa, and Sofi Berelidze courtesy of Supreme Management
MAKEUP L’Oreal Paris Mascara, Nars Blush, Chanel Eyeliner, Shiseido Silky Eyeshadow, Maybelline Dream Matte Mousse Foundation, Revlon Skinlights Bronzer
Top von Luella, Rock von Hanii-Y, Unterhose von Elle Macpherson Intimates, Schuhe vintage
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| (Von links nach rechts:) Top von APC; Top von United Bamboo, Halskette von Tiffany & Co. |
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| Das auf dem Foto ist Bobby Kennedy. Die Chumley-Legende besagt, dass RFK in diesem Separee saß, als er einen frühen Entwurf seines Wahlkampfprogramms niederschrieb. |
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Du bist zu cool für einen Buchclub? Denk noch mal drüber nach. Sie machen einen clever, und, was noch wichtiger ist, sie lassen einen vor anderen, weniger smarten Leuten clever AUSSEHEN. Stell dir vor: du und eine Gruppe Gleichgesinnterzusammen sitzt ihr am Kamin, tragt riesige Wollpullover, trinkt heißen Apfelwein und fachsimpelt gemeinsam über Literatur. Ist das nicht toll? Und wenn sich bei einer tiefgründigen Analyse von Nabokovs Lolita als ausgeklügelte Metapher für den russischen Totalitarismus ein bisschen heißer Klatsch und Tratsch ins Gespräch verirrt, na alsonoch ein Bonus! So macht ihr Oprah Winfrey stolz:
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WER IN EUERM CLUB ALLES MITGLIED SEIN SOLLTE
Die Größe eures Buchclubs ist euch freigestellt (fünf Mitglieder sind ideal), aber auf jeden Fall braucht ihr diese drei Typen:
Der Alleswisser: Verklemmt. Trägt Schals und afrikanischen Schmuck. Hat alles gelesen und sorgt dafür, dass ihr es auch wisst. Während du noch redest, denkt er/sie schon über seine/ihre nächste faszinierende Einsicht nach. Nicht nur, dass sie endlos über die Reise ans Ende der Nacht sinnieren könnensie SIND bereits ans Ende der Nacht gereist.
Des Teufels Advokat: Spitzt das Ganze gerne ein bisschen zu. Sagt grundlos Sachen wie, „Holden Caulfield war ein Arsch“. Fängt jeden Satz mit „Ja, aber ...“ an. Trägt fragwürdige Gürtel.
Der Ja-Sager: Ist einfach nur begeistert, dabei zu sein. |
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EINEN NAMEN FINDEN
Das ist der Teil, der Spaß macht! Ihr könnt euern Klub nicht „Die Würmer“ nennen, denn so heißt unserer schon. Ihr könnt aber einen von den Namen, die wir nicht genommen haben, nehmen, wie zum Beispiel „Die Umblätterer“ oder „Bist du da Gott? Ich bin’s, der Buchclub.“ Es sollte etwas sein, dass gut auf ein T-Shirt passt, denn einer von euch wird früher oder später T-Shirts machen müssen. Das ist gut für die Moral, und man fühlt sich dann so, als wäre man in einer Gang, so was wie die Pink Ladies, nur für Streber. |
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EIN BUCH AUSWÄHLEN
Manche Leute finden, dass sich alle auf ein Buch einigen müssen. Diese Methode FUNKTIONIERT NICHT. Glaubt uns! Viele Buchklubs sind an diesem Mythos zugrunde gegangen. Es dauert drei Stunden, bis man sich geeinigt hat, und das ist völlige Zeitverschwendung. Der einzig richtige Weg ist, sich eine Liste mit „den besten Büchern aller Zeiten“ oder so was zu besorgen und sie beim ersten Treffen durchzugehen und alle Bücher rauszustreichen, die schon jemand gelesen hat. Die restlichen Bücher werden aufgeschrieben und in einen Hut geworfen. Die Person, die als nächstes Geburtstag hat, zieht das erste Buch, und das war’s. |
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SNACKS
Vielleicht hast du einen Kumpel mit einer rustikalen Wohnung mit einem Kamin und jeder Menge Decken und Kissen und allem drum und dranso einer, der Das perfekte Dinner kuckt und sich darauf einen runterholt, der beste Gastgeber zu sein. Der kann euch dann heißen Cidre mit Zimtwecken und marmorierten Eiern servieren, und zwar solche, nach denen du ein ganz neues Bild von marmorierten Eiern haben wirst. Jedes Mitglied sollte etwas zu essen mitbringen, aber eigentlich ist das die Gelegenheit, als Gastgeber zu glänzen. |
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CLUBREGELN
Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden? Nicht in einem Buchclub. Wir sind hier nicht in der Schulees wird nicht gespickt oder abgeschrieben. Wenn ihr die ersten drei Kapitel lesen sollt, dann lest ihr die ersten drei Kapitel. Wenn du weniger liest, bist du draußen und kannst nichts zum Gespräch beitragen. Wenn du mehr liest, riskierst du, was Wichtiges zu verraten, und das ist ein Grund, ausgeschlossen zu werdenund das ist dann in der Tat ein bisschen wie in der Schule. |
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LESLEY ARFIN UND AMY KELLNER
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| (Von links nach rechts:) Top und Strumpfhose von APC, Rock von American Apparel, Halskette von Alex + Choe, Schuhe von Jenny Kayne; Top von APC, Hose von Alice Roi, Halskette vintage |
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Top vintage, Rock von Tevrow + Chase, Schuhe von Loeffler Randall, Brille von London Fog, Unterhose von Elle Macpherson Intimates
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| Das ist unser Lieblingssitzplatz im Chumley’s. Er ist in der Ecke in der Nähe des Kamins. F. Scott und Zelda Fitzgerald sollen hier angeblich ihre Ehe vollzogen haben. Richtig gehörtdie Fitzgeralds haben’s genau hier in diesem Separee getrieben. |
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| (Von links nach rechts:) Top von Hanii-Y, Unterhemd von Samantha Pleet; Kleid von Samantha Pleet; Top von Fred Perry; Top von APC, Pullover von Samantha Pleet |
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| Mantel von Miss Sixty, Top von Alice Roi |
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| Aus dem Chumley’s stammt der Ausdruck „eighty-six“man sagt „getting eighty-sixed from a bar“ für rausgeschmissen werden. Das Chumley’s hat die Hausnummer 86 auf der Bedford Street, und zu Zeiten der Prohibition wurden sie, wenn eine Razzia bevorstand, von einem befreundeten Polizisten vorgewarnt, indem er anrief und „86“ sagte. Das war der Code für: „Verpisst euch am besten für ’ne Weile.“ |
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| (Von links nach rechts:) Top von Givenchy, Rock und Brosche vintage; Top von APC, Shorts von Alice Roi, Brille und Uhr vintage |
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| Pullover von Lacoste |
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| Während der Prohibition war die gesamte Damentoilette ein Fahrstuhl. Im Ernst. Es war ein einziger großer Aufzug, und sie zogen ihn immer zwischen Bar und Lager hoch und runter, um den Alkohol zu holen. |
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