|
|
DOS & DON'TS
|
||||||||
|
In der Hoffnung, dass alle diese vom Produktions- und Wohlstandsstress befreit sind und ein ursprüngliches Stück vom irdischen Glück erleben, beschränke ich mich heute auf die charakterliche Armseligkeit. Denn das ist die abscheulichste Form einer Lebensweise, die von einer Spezies verkörpert wird, die es in unserer Gesellschaft zu noch viel weniger als zu nichts gebracht hat. Als mich der Richter im Namen des Volkes großzügig mit neun Jahren bedachte, somit mein weiterer Lebensverlauf feststand, und ich in das Haus der Langstrafer verlegt wurde (zu den Lebenslänglichen und Sicherungsverwahrten), keimte in mir ein Funken Hoffnung auf, Männern zu begegnen, die bereit waren, Risiken zu tragen, um ihre Ziele verwirklichen zu können. Das Allerschlimmste, was es gibt, ist Hoffnung! Man muss sich vergegenwärtigen, dass der Lohn des Verbrechens der ist, ans große Geld zu kommen, ohne dafür wertvolle Lebensjahre in monotoner Abfolge verschwenden zu müssen, vorausgesetzt, Pla-nung und Disziplin sind als Grundlagen vorhanden. Das Drama besteht darin, dass die Kriminalität ein Auffangbecken verlorener Seelen ist: Trieb- und Verzweiflungstäter, die faul und ohne Strategie sind, werden niemals bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Typus bringt nicht den Intellekt mit, langfristig einen Lebensweg aufzubauen, der ihn bis ins hohe Alter trägt. Nur momentane Befriedigung, Gier und Habsucht zählen. Das sind die größten Hindernisse, die es im offensichtlichen Kampf gegen die Staatsgewalt zusätzlich zu erkennen und zu umgehen gilt. Das sind die, die dir mit offenen Armen entgegen gehen, sich als Mitkämpfer preisen und dabei nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Das sind die, denen Jacques Mesrine (ehemaliger Staatsfeind Nr. 1 in Frankreich) die Widmung, „Gott schütze mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich alleine fertig“, in sein Buch „Der Todestrieb“ schrieb. Die, denen du eine Hand reichst, in die sie hineinspucken, und die, die sich durch Verrat und Verleumdung Vorteile erkaufen. Ein übler Zeitgeist mit süffisant lächelndem Gesicht, hinter dem sich eine verzerrte Fratze verbirgt, die keine Würde und Ideale hat, keinen Stil, und schon gar nicht Charakter, Niveau und Individualität besitzt. Das ist der Mob, der zündelnd und mordend durchs Land zieht, das gefährliche Gift seiner Dummheit versprüht, weil er den Sinn des Lebens nicht erkennt und sich im Nebel des Nichts verliert. Das ist Armut. EUER MANN VOM PLANET TEGEL |