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DOS & DON'TS
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Hören wir, was er selbst zu sagen hat: Ich komme aus einem kleinen Dorf namens Hovdebygda, das liegt in einem Tal an der alpinen Nordwestküste Norwegens, sechs Stunden entfernt von Bergen. Ich wuchs auf der gleichen Farm auf wie Ivar Aasen, der Erfinder der neu-norwegischen Sprache. Mein zweiter Name ist auch Aasen. Ich begann meine musikalische Karriere mit 13 als Drummer für diverse Experimental-Rock-Bands, meine Eltern haben ein hundert Jahre altes zweites Haus, das hauptsächlich als Privatmuseum dient, aber natürlich war es das Übungshaus und Hang-Out für die Bands, in denen ich spielte. Vor knapp sechs Jahren zog ich nach Bergen und bombardierte Mikal Telle mit Demotapes, so etwa ein Demo pro Monat, bis er was von mir veröffentlichen musste, he he. Und daraus wurde dann eine 12" mit sieben Tracks und Gatefold. Ziemlich albern, aber auch sehr cool. Wie wohnt es sich mit Annie? Ist sie eine gute Köchin? Sauber? Ich wohne ja nicht wirklich bei ihr. Sie ist bekannt für ihre extrem guten Pfannkuchen und Waffeln mit Speck. Jeden Sonntag lädt sie mich zu einem Dinner mit Schafskopf und Pfannkuchen ein, dann hören wir Italo und werden zu neuen Hits inspiriert! Was die Sauberkeit betrifft, sie riecht so gut, dass man entweder bewusstlos oder in einen Trance-ähnlichen Zustand versetzt wird, wenn man sich ihr nähert! Wie lange hast du für Midnight Magic gebraucht? Es ist eine Auswahl von Tracks, die zwischen Dezember 2004 und Anfang 2006 entstanden sind, ich habe diejenigen ausgesucht, die gut zusammenpassen. Ich habe auch einige Uptempo-Dancefloor-Tracks gemacht, aber die hebe ich mir für Vinyl-Releases auf. Woran hast du gedacht, während du diese schöne Platte gemacht hast? Vielen Dank dafür! Ich wollte etwas Schönes machen und gleichzeitig zwei vermeintlich entgegengesetzte Pole kombinieren, das Feeling von Neon und Kiefer, von Zukunft und Natur. Eine seltsame und scheinbar unmögliche Kombination. Was willst du mit Midnight Magic erreichen? Eine Wiedergeburt der Romantik, und dieser in der Musik etwas in Vergessenheit geratenen Sache namens Melodie. Und das meine ich ernst, kein Milligramm Ironie. Es trifft eine ganz bestimmte Stimmung perfekt, denke ich: es ist melancholisch, romantisch, ja sogar tragisch, aber immer noch voller Hoffnung. Es erinnert mich sehr an das Projekt des schwedischen Produzenten Peter Benisch, FPU, besonders an das Traxxdata-Album. Kennst du dieses Album/den Produzenten? Der Vergleich schmeichelt mir, denn ich finde das Album wirklich klasse. Seine Version des Crockett’s Theme vom Miami-Vice-Soundtrack ist exzellent. Hast du noch einen Job neben der Musik? Nein, aber ich bin noch Teil einer alternativen norwegischen HipHop-Gruppe, Side Brok. Das mache ich noch neben den Solo-Sachen. Und ich lege regelmäßig in Bergen auf. Warst du jemals arm oder hast in Armut gelebt? Verglichen mit dem Lebensstandard in Norwegen war ich das wohl. Aber der Lebensstandard hier ist wahnsinnig hoch. Norwegen ist eines der reichsten Länder der Welt. Höchstens als Heroinsüchtiger bist du hier „arm“ im herkömmlichen Sinn. Armut ist natürlich in jedem Land relativ. Norwegen hat eine starke Regierung, manchmal fühlt man sich schon überreguliert, aber andererseits gibt es hier ein gutes soziales Netz, man braucht keine Krankenversicherung wie in den USA, medizinische Behandlung ist für jeden kostenlos. Ich frage mich, wie viele arme Menschen in Norwegen leben. Wie du weißt, erscheint das Land für Besucher wahnsinnig teuer. Wie überlebst du? Ich habe die Statistiken überprüft, 3,3 Prozent unserer Bevölkerung sind arm. Die Armutsgrenze für eine Familie mit einem Kind liegt hier bei 33.000 US-Dollar Jahreseinkommen. Die Löhne sind natürlich an die Preise angeglichen, daher ist das Preisniveau für uns nicht so extrem. Wie man darüber denkt, ist eine politische Frage, ob man eher rechts oder links ist. Die Diskussionen hier in der Politik sind wie in den meisten anderen Ländern. Höhere oder niedrigere Steuern, mehr oder weniger staatliche Eingriffe in die Gesellschaft. Eben diese alte links/rechts-Achse. Ich erinnere mich noch, in einem Restaurant in Trondheim für eine beschissene Flasche Rotwein 45 Euro bezahlt zu haben. Verrückt. Und alle Essen Hotdogs aus dem 7/11, weil sie sich sonst nichts leisten können. Hast du irgendwelche amüsanten Beispiele für eure Preise? Natürlich sind die hohen Preise für Alkohol der Grund, dass viele Norweger ihren eigenen Schnaps brennen. Wenn es ganz schlimm kommt, siehst du Menschen beiderlei Geschlechts, die sich Wodka-getränkte Tampons einführen. Andere trinken Aftershave oder Brennspiritus. Nicht so amüsant, eher harte Realität. Andererseits ist Alkohol aus der Fabrik auch nicht unbedingt gesünder als hausgemachter. PM |