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DOS & DON'TS

Picking up a girl who wears tons of make-up is a bummer because after spending all night getting her to come over, you wake up with fucked-up pillows and somebody you’ve never seen before.
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Fucking Department of Revunue cocksuckers think they can come into MY house and arrest me because that fucking whore was on the rag that day and decided to bitch about child support AGAIN. She fucking knows I’m broke and I got that DUI thing hanging over my head but n-o-o-o-o she’s got to open the shitgates on me and let it all come flooding... etc. etc.
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nfang der 80er Jahre war Deutschland unter dem Einfluss amerikanischer Gang-Filme, wie Colors oder Warriors, und es dauerte nur einige Kinoaufführungen, bis die Saat gesät war und ein neuer Kult Wurzeln schlug. Mitte der 80er gründete sich in Berlin die Gang Araba Boys 21, die zum größten Teil aus Flüchtlingen aus Palästina oder dem Libanon bestand, im Tiegel der Großstadt mitunter ohne Eltern aufwuchsen und in diesem Bündnis Geborgenheit, Zusammenhalt und Stärke fanden. Die 21 steht für den Bezirk Moabit (die damalige Postleitzahl) und wird zum Zwei-Einser-Handgruß, mit in der Handfläche verdeckten Ringfinger und Daumen. Nur Araber sind willkommen, ausgenommen Sven, alias Zakarija, ein arabisch-sprechender Deutscher, der in der Clique aufwuchs und bei der Recherche für diesen Vice-Artikel half. Hast du keinen Fürsprecher und willst in die Gang, musst du einen Kampf von einer Minute gegen zwei Gangmitglieder bestehen, das heißt, auch ordentlich austeilen können. Keine Ratte, kein Bulle, nie ein Nazi und schon gar nicht Ex-Mitglieder fremder Gangs haben je eine Chance, dabei zu sein. Beste Voraussetzungen hast du, wenn du eine Kampfsportart beherrscht, die Finger von den Drogen lässt und es verstehst, deinen Freunden den Rücken freizuhalten, wobei Disziplin, Pünktlichkeit und Respekt die Grundlagen bilden. Klaust du innerhalb der Gruppe, begehst Verrat, flirtest mit dem Girl eines Mitgliedes oder lässt Kumpels im Stich—Adios!

Dafür steigt deine Anerkennung, wenn du durch fette Beutezüge die Kasse auffüllst, damit z. B. Waffen, Jacken und T-Shirts finanziert werden, die das Logo der Gang präsentieren, oder durch deinen harten Einsatz den Zusammenhalt bekräftigst: „Für einen guten Kumpel sticht man schon mal zu, während ich den Angreifer ansonsten wegboxe.“ Auch bei Araba Boys 21 zählt, was schon Konrad Adenauer hervorhob: „Hauptsache, man spricht über uns!“ Da rücken schon mal einige Graffiti-Kommandos aus, um den Schriftzug „Araba Boys 21“ über das Steinmeer der Stadt zu sprühen. Brechen die Gegner auf dem eigenen Schulhof ein, zetteln eine Randale an, bekommen sie es am Folgetag an noch öffentlicherer Stelle zurück. Zeitungsberichte und Meldungen im Regionalfernsehen von überfallartigen Angriffen auf dem Lützowplatz-Rummel oder den Grünanlagen, lassen die Brust dann wieder schwellen, Genugtuung genießend.

Svens größtes Erlebnis: als er mit einem kleinen Teil der Gang gegen die Überzahl von gleich zwei angreifenden Banden kämpfte, schon fast am Boden und endlich die herbeigerufene Meute 21er anrückte, die Feinde in die Flucht schlug. „Da kannst du durchaus mit 100 Mann rechnen, die Baseballkeulen, Messer oder Macheten schwingen, mit Schlagring oder Elektroschocker zur Sache gehen und von vorausstürmenden Kampfhunden unterstützt werden.“ Bitter, wenn die Bullen von einem Einsatz Wind bekommen: Das Clubhaus wird umzingelt, die Jungs gefesselt zu Foto und Erkennung geführt und in Kategorien der Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft zugeordnet. Anschließend wird gefilzt.

Doch die Erlebnisse schweißen zusammen, geben Daseinsberech-tigung und hinterlassen blühenden Enthusiasmus, denn die Meute kann auch anders: Busreisen ins Ausland, Grillabende und Geschlossenheit in der Sportarena, wenn das Mitglied in den Ring steigt—zeigen Sehnsucht nach Harmonie, Freundschaft und Verbundenheit. Dennoch, das Leben ist brutal und unbarmherzig. Viele Karrieren enden im Drogensumpf, Talente verkümmern im Knast und über allem lauert die Abschiebung.

EUER MANN VOM PLANET TEGEL