NEWSLETTER



DOS & DON'TS

The only bad part of capturing a sleepy-eyed supertigress like this in the wild is trying to think up some bullshit to write about her shirt. Comments/Enlarge | See all


The problem with saying that marijuana doesn't lead to violent impulses is that only applies to the people who smoke it. Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

ASHER LEVINE HAT EIER (ALS OB MA...
Handgemachte Fitnessklamotten vom Stretch...
DIE TRÄNEN DER PORZELLAN- CLOWNE...
Völlig unvermittelt hat uns Fotograf Luke...
EIN WASCHECHTER, LEBENDIGER PHIL...
Vice spricht mit einem Vertreter einer ge...
VICE FASHION - COOL KIDS
fotos: alex flach
produktion & styl...













Die Achtung der Menschenrechte in Nordkorea ist längst überfällig und die Situation extrem schlecht. Zwischen 1993 und 1998 starben drei Millionen Menschen an Hunger. Es fing 1993 an, im Jahr als Kim Il-Sung starb. Nach seinem Tod versank die Gesellschaft im Chaos, und die höheren Offiziere kümmerten sich nicht mehr um das Wohlergehen der Normalbevölkerung, da sie damit beschäftig waren, ihre eigene Haut zu retten.

Ich hungerte während dieser Zeit. Wenn man länger als zehn Tage hungert, verliert man seine komplette Energie. Man hat nicht mal mehr Kraft zu laufen. Als ich es einmal schaffte, ein Stück die Straße entlang zu gehen, sah ich vor mir einen umfallen, der keine Kraft mehr besaß, wieder aufzustehen. Er blieb einfach auf der Straße liegen, weil sein Magen leer war. Ich konnte ihm nicht helfen, denn ich hatte auch nichts im Magen, also lief ich einfach weiter. Der Mann, der hingefallen war, starb dort. Ich sah viele Menschen, die auf der Straße umfielen.




Zu dieser Zeit liefen die jungen Leute in Nordkorea von zu Hause weg, weil es nichts zu essen gab. Sie liefen weg und lebten mit anderen jungen Leuten. Diese Kinder wurden Koseibi genannt, das heißt „die jungen Kinder, die wie Schwalben herumflattern“. Sie klauten oder bettelten und lebten so Tag für Tag. In Nordkorea ist es sehr kalt und wenn sich fünf von ihnen am Bahnhof schlafen legten, wachten nur drei von ihnen wieder auf. Sie starben an der Kälte. An den Bahnhöfen gab es schließlich so viele Leichen, dass die Regierung eine Organisation gründete, die sich um sie kümmerte. Die hieß Öffentlicher Dienst 918. Die Koseibis starben täglich in Scharen, also versuchte der Öffentliche Dienst 918, sie in den nahe gelegenen Bergen zu begraben. Während des Winters ist der Boden jedoch gefroren, und man kann nicht tief genug graben, um die Leichen zu beerdigen. Sie gruben also nur flache Löcher, legten die Leichen hinein und bedeckten sie mit etwas Erde.

Zu meiner Schulzeit lebte einer meiner Freunde am Stadtrand bei einem Reisfeld, hinter dem ein Berg lag, auf dem Leichen bestattet wurden. Es gab nicht genügend Steine, um Grabsteine herzustellen, also hatten die Gräber stattdessen weiße Namens-schilder. Der ganze Berg war voll von diesen weißen Stöckchen. Während des Frühjahrs und des Sommers, sobald der Boden auftaute, kamen die Leichen heraus, die nicht tief genug begraben waren, und es stank erbärm-lich. Die Skelette waren OK, sie stanken ja nicht. Aber manche Leichen waren nicht ganz verrottet und hatten noch Fleisch auf den Knochen. Das gab einen entsetzlichen Ge-stank.

Mein Vater war in einem politischen Gefängnis, und meine Mutter arbeitete in der Stadt, um etwas Geld zu verdienen, um mich und meinen Bruder durchzubringen. Wir blieben einfach alleine zu Hause, mit nur einer Schale Mais, die fünf Tage reichen musste. Ich aß jede Stunde ein Maiskorn.

Um das nordkoreanische Volk ein Jahr lang zu ernähren, braucht man etwa 15 Millionen Tonnen Reis. Seit den 60ern brachte die Reisproduktion jedoch nur 8 Millionen Tonnen hervor. Früher halfen die Sowjetunion und die DDR, aber heute bekommt das Land keine Unterstützung mehr, noch nicht einmal von seinen Freunden.

Die einzige Möglichkeit, die Lage zu ver-bessern, ist die Welt über die grauenvollen Lebensumstände der Menschen in Nord-korea zu informieren. Was die USA im Moment machen, hat Folgen für Nord-korea. Sie verbieten wirtschaftliche Zusam-menarbeit zwischen Nordkorea und anderen Ländern. Dieses Verbot ist zum Teil für den Hunger verantwortlich. Die Hauptsache aber, warum die Nordkoreaner leiden, ist, dass die Regierung von Kim Jong-Il sich weigert, das Land zu öffnen, weil sie so viele Leute umgebracht haben, um ihre jetzige Position zu erreichen. Sie können die Grenzen nicht öffnen, weil sie sich sonst vor einem Militärgericht verant-worten müssten.

Die meisten Flüchtlinge in Südkorea oder anderen Ländern schicken ihren Familien in Nordkorea Geld. Denn selbst wenn man in Südkorea überhaupt kein Geld hat, kann man noch überleben. Aber wenn man in Nordkorea keins hat, stirbt man.

Es ist ein komisches Leben … Das ist alles, was ich heute sagen möchte.

AUFGESCHRIEBEN VON AMIE BARRODALE


WIR SIND DRAUSSEN | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |