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I love the folks who think you can actually fill kids’ brains with a bunch of stuff about respecting differences and avoiding stereotypes, as if the second they’re out the door they aren’t playing basketballrappers and Santa-Jedis at Abu Ghraib. Comments/Enlarge | See all






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Text und Fotos: Patrick O'Dell
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TEXT: OTTESSA MOSHFEGH, FOTO: BEN RITTER



ir zogen Ende letzten Sommer in ein neues Haus. An dem Tag, als wir einzogen, fragte mich eine Nachbarin, wie viel ich für das Umzugsauto gezahlt hätte. Ich sagte es ihr, und sie antwortete: „Ich will mit meinem Kind so schnell wie möglich von hier weg. Willkommen in der Nachbarschaft.“

Es wurde bald klar, dass das Nachbarhaus eine Absteige für Drogenabhängige war. Ein unablässiger Strom völlig fertig aussehender Menschen schleppte sich die Treppen hoch und runter. Sie kotzten und warfen Abfälle aus dem Fenster oder schoben zum Spaß Einkaufswagen voller Rigips über die Bürgersteige. Man konnte sie durch die Wände kreischen, jammern und sich gegenseitig schlagen hören. Es stellte sich heraus, dass es eine Gruppe Junkies war, die schon so lange in dem Gebäude hauste, dass sie inzwischen Mieterrechte besaßen und nicht mehr rausgeschmissen werden konnten. Angeblich sind sie in unserem Block dafür gefürchtet, dass sie wie eine Horde heruntergekommener Drecks-tauben en masse in Häuser einziehen, sobald diese renoviert oder verkauft werden.

Etwa im November hörte ich mit dem Trinken auf und bekam Schlafprobleme. Diese „Nachbarn“ drehten die ganze Nacht lang in unregelmäßigen Abständen die Musik auf Anschlag, was mich rasend machte. Mein Arzt verschrieb mir Trazodon—irgendwelche Schlaf-tabletten—und ich begann Ohrstöpsel zu benutzen. Ich dachte, das Problem damit gelöst zu haben.

Bis ich eines Freitags schlafen ging. Es war ganz still. Die Pillen wirkten langsam, und ich schlief wie eine Tote, als um drei Uhr morgens ein Mordslärm durch die Wand drang. „Ich werde dich verdammt noch mal umbringen!“, schrie die Frau. „Wenn du mich umbringst, werde ich dich verfolgen, vergewaltigen und in der Hölle ermorden, du Fotze!“, schrie der Mann. Dabei konnte man Schläge und Tritte hören, wie sie gegen die Wand krachten und dann die Treppe hoch und runter rannten. Es klang so, als würde jemand über mir auf den Boden stampfen. Ich wachte auf. In meinem Drogentaumel stieg ich aus dem Bett. Mein Zimmer ist im obersten Stock. Ich öffnete meine Zimmertür und spürte einen eisigen Luftzug. Ein Strahl Mondlicht fiel von oben herunter. Ich sah nach oben an die Decke und starrte in ein großes Loch, wo die Luke zum Dach hätte sein sollen. Die elfenbeinfarbene Ellipse des Monds war zu sehen und ich dachte ganz ruhig: „Ein Junkie ist durchs Dach in mein Haus eingebrochen, indem er die Lukentür rausgerissen hat und steht jetzt mit einem Küchenmesser hinter mir. Er wird mir seine Hand auf den Mund pressen, um meine Schreie zu dämpfen und mir mit der anderen Hand das Messer in die Kehle rammen, während er mich in mein Zimmer zurück zerrt, wo er mir den Kopf abhacken und mich dann vergewaltigen wird, bevor er runter geht und dasselbe mit meiner Mitbewohnerin macht. Dann wird er unsere Computer und unseren DVD-Player klauen, das Essen in seinen Mund stopfen, dass ich auf dem Herd stehen ließ und die Haustür auflassen.“ Ich wartete ein oder zwei Minuten, um zu sehen, ob das so passieren würde. Tat es nicht. Vom Trazodon stand ich einfach noch sehr neben mir.

Ich schaffte es nach unten und klopfte an die Tür meiner Mitbewohnerin. „Ich glaube wir sollten die Polizei rufen. Die Nachbarn bringen sich gerade um, und ich glaube, es ist jemand im Haus.“

„Die Polizei steht schon vor der Tür“, sagte sie.

Ich sah aus dem Fenster und da standen drei oder vier Polizeiautos. Ein paar Polizisten saßen auf unserer Vortreppe.

Vergesst nicht, dass ich die ganze Zeit auf Trazodon war.

Ich öffnete die Tür und sagte: „Hey, können Sie mal reinkommen? Jemand hat die Lukentür von unserem Dach geklaut.“

Ich sollte auch erwähnen, dass es mitten im Winter war, also sehr kalt.

Ich brauchte ungefähr zehn Minuten, um zwei der Bullen dazu zu bewegen, ins Haus zu kommen, und es waren so ziemlich die dümmsten Leute, die ich je getroffen habe. Ich glaube, dass sie sogar ein bisschen geistig zurückgeblieben waren. Sie waren fett, atmeten schwer und maulten nur rum, als sie die zwei Stockwerke hinaufsteigen mussten, um sich die fehlende Dachluke anzusehen.

Die kamen mit so was wie: „Woher wissen Sie denn, dass die Dachluke fehlt?“

Wir befanden uns da schon direkt unter dem Loch in der Decke.

„Woher wissen Sie, dass die Tür nicht schon gefehlt hat, als Sie nach Hause kamen?“

„Was denken Sie denn, wie sie verloren gegangen sein könnte?“

„Waren Sie heute Nacht auf dem Dach?“

Alles was ich aus ihnen herausbekam, war, dass sie wegen eines Falles von häuslicher Gewalt nach nebenan gerufen worden waren.

„Können Sie nicht wenigstens nachsehen, dass da kein Psychopath auf dem Dach ist?“

„Sie wollen, dass wir auf das Dach steigen?“ Die taten so, als zwänge ich sie da hoch zu gehen.

20 Minuten lang ging das so weiter. Die standen da, maulten rum, warfen sich gegenseitig Blicke zu, und ich rollte mit den Augen und versuchte gegen das Trazodon anzukämpfen, von dem mir mittlerweile kotzübel war. Während der nächsten zehn Minuten suchte meine Mitbewohnerin in unserer Wohnung nach einem Möbelstück, auf das die sich stellen konnten, um aus der Dachluke zu kucken. Aber alle unsere Möbel wären schon unter dem Gewicht eines Halben von denen zusammengebrochen.

Dann kam plötzlich aus dem Nichts dieser Superman-Bulle die Treppe hoch gerannt. Er war bestimmt zwei Meter groß, sah umwerfend aus und ließ beim Laufen seine Muskeln spielen.

„Was ist denn passiert? Hat euch einer dieser Junkies die Dachluke gestohlen?“

„Ja!“

Keine fünf Sekunden später hatte er sich durch die Luke nach oben gehievt und stand mit einer Taschenlampe auf dem Dach. „Hier oben ist keiner, nichts.“

Dann kam er wieder runter. Strahlend, wunderschön, ein Geschenk des Herrn. Im Ernst. „Macht euch keine Sorgen wegen der Junkies. Sie sind alle viel zu fertig, um euch irgendwas anzutun. Kann sein, dass sie euch die Luke vom Dach geklaut haben und vergessen haben, was sie vorhatten. Ihr solltet einfach morgen einen Tischler bestellen.“

Und das war es dann.

Ein paar Monate später wurden die Junkies aus dem Haus links von uns rausgeschmissen und zogen in das Haus rechts von uns, wo sie dann richtig ernst machten. Der Oberjunkie, ihr Anführer, ist ein ernster, älterer Typ namens Slim. Er kommt immer mal bei mir vorbei, und ich beschwere mich über den Lärm. Dann gibt es noch Don Juan. Er hat mir einmal ein bisschen Meth angeboten, nachdem ich ihm erzählte, dass ich gerade meinen Job aufgegeben hätte. Aus irgendeinem Grund redete ich mich heraus, ich wäre krank, statt einfach abzulehnen. Ich sagte: „Ich habe eine Blutkrankheit.“ Er antwortete: „Sieh dir mal meine Hände an.“ Er hielt seine Hände hoch, und sie waren wirklich monströs. Etwa doppelt so groß wie sein Kopf, wie Gewichte, die er mit sich rumschleppte, mit so großen, triefenden Wunden und Fingernägeln wie von einem Drachen. Dann sagte er, dass er an Krebs sterben würde. Bei jedem Satz zwinkerte er, als würde er in einem Geheimcode reden. Es sagte auch, dass gegenüber seiner Wohnung auf der anderen Straßenseite eine Kamera angebracht wurde, die alles aufzeichnet—alles was in der Welt passiert. Er sagte, ich solle doch mal vorbeikommen, dass wir zusammen abhängen könnten. Bevor ich diesen Artikel schrieb, ging ich rüber und klopfte und klopfte, aber keiner öffnete.