NEWSLETTER



DOS & DON'TS

Who knew all it took to become the entire world’s BFF was an undershirt, some markers, and a little dose of Radical Honesty? Comments/Enlarge | See all


With all the talk about scat bars and puke porn and octopus sex it’s easy to forget that Japan also caters to totally reasonable fetishes, like guys who wish girls walked around without pants all day. Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

SKULL AND BONES IN SIERRA LEONE ...
Würfeln, um mit den Toten zu reden
VICE MAIL
Wisst ihr was? Es gibt diesen Monat keine...
ELFRIEDE BRÜNING
Elfriede Brüning ist eine lebende Legende...
STREETFIGHTER
Illegale Kämpfe in Berlin








Black Devil Disco Petter Squarepusher Marc Houle



Für diese Ausgabe hat Electric Independence sich des Gehirns eines Gastkritikers bedient, Jacob Poznanski. Er ist zehn Jahre alt. Wir schickten ihm eine CD mit den Tracks, zu denen wir seine Meinung hören wollten und legten ein Blatt Papier bei, auf dem er seine Gedanken aufschreiben konnte. Für Jakob war das dann fast wie Hausaufgaben, nur eben die Art von Hausaufgaben, die Spaß machen. Jacobs Lieblingsmusik kommt aus dem Computer. „Ich mag elektronische Sounds“, sagt er, „und ich mag eigentlich keinen Gesang.“ Exzellent.

Jacob beschreibt sich als sportlich, recht beliebt und möchte bald in einen Fußballverein eintreten. „Ich spiele Rechtsaußen“, erzählt er. „Mein Team ist Barcelona. Mein Lieblingsspieler dort ist Ronaldinho, und sie spielen gut. Wahrscheinlich wäre es leichter, Fan von einem englischen Team zu sein, aber irgendwie mag ich ausländische Teams. Ich würde liebend gerne mal Barcelona sehen. Ich mag die Kathedrale dort.“

Gut. Sehen wir mal, was Jacob zu vier der hübschesten Elektro-Tracks des Sommers zu sagen hat. Ich hab ihn in diesem Moment am Telefon.

Marc Houle „Thirds In Trees“: Das ist vom Album des äußerst agilen Minimal-Man Marc Houle, Bay of Figs, erschienen auf Minus Records. Es ist wohl der zugänglichste Disco-Track, den Minus je veröffentlich hat und er ist eine Anomalie auf Houles Album, das ansonsten eher in der von ihm gewohnten Art vor sich hinrattert und -stottert.

Vice: Und was meinst du?

Jacob:
Dieser Track hat mir von der ganzen CD am besten gefallen.

Wie stellst du dir die Person vor, die das gemacht hat?

Ein Typ mit einem breiten Grinsen.

Was hat dir daran so gefallen?

Ich mag die Froschsounds. Und die Bassline.

Woran musstest du beim Hören denken?

Ich fühle mich, als wäre ich im Weltraum oder so?

Was hast du dazu aufgeschrieben?

Ich habe geschrieben: „Es klingt angenehm luftig, wegen der Länge der Noten. Die Froschsounds passen gut. Ich mag den Technobass gegen Ende.“


Squarepusher „Hello Meow“: Tom Jenkinson ist wieder da, mit einem brillanten neuen Album, Hello Everything, auf Warp. Diesmal ist es wirklich ein Hörgenuss von Anfang bis Ende und überfordert einen nicht mit Gonzobass-Exkursen über Quantenphysik. Die Blubberparty „Hello Meow“ trifft genau den Ton.

Jacob: Ich habe geschrieben: „Der Anfang ist sehr lebhaft und hat einen guten Rhythmus. Ich finde es gut, dass niemand singt. Der Rhythmus wird dann gerader.“

Vice: Weißt du, was ein Squarepusher ist?

Nein.

Rate mal.

Ein Auto?

Es ist ein Ausdruck aus dem Mittelalter und bezeichnet einen Bogenschützen. Ein sehr altes Wort für einen Bogenschützen. Welche Art von Musik magst du, Jacob?

Am liebsten höre ich Lieder, die mit dem Computer gemacht werden. Ich mag elektronische Sounds und ich mag eigentlich keinen Gesang, das ist mir zu langsam.

Auf welche Websites gehst du am liebsten?

Normalerweise die Playstation-Seite. Ich habe eine PSP. FIFA Street 2 ist mein bestes Spiel.

Petter „Some Polyphony“: Das ist die umwerfende neue Single des knackigen Techno-Burschen Petter, erschienen auf Border Community, dem außerordentlich instabilen Elektrolabel von James Holden. Wo wir gerade dabei sind, ging’s nur mir so, oder war das Nathan Fake-Album wirklich over-hyped?

„Some Polyphony“, klebriger Minimal-Rave mit einem allmächtigen Breakdown, düfte auf jeden Fall als eines der Highlights auf Holdens At The Controls-Mixalbum in Erinnerung bleiben.

Jacob: Hier habe ich aufgeschrieben: „Am Anfang hat es einen guten Techno-Sound. Es klingt kompliziert und ich mag die ‚Muh’-Geräusche.“

Black Devil Disco Club „28 After“: Sechs unglaubliche, „neue“ Tracks des rätselhaften französischen Pensionärs Black Devil Disco Club, erschienen auf Lo Recordings. Sound und Spirit sind dabei fast identisch mit dem legendären, „verlorenen“ 1978er Original, das eines von Rephlex’ größten Hits war, als sie es vor zwei Jahren neu auflegten. Kindlich, naiv und ziemlich wundervoll, heißt es „28 After“, weil es 28 Jahre nach der ersten Platte erscheint.

Jacob: Ja, die waren richtig gut. Es war elektronisch und ich mag elektronische Musik.

Vice: Bekommst du dabei Lust zu tanzen?

Bei manchem davon. Ich mochte den Black-Devil-Song „Coach Me“. Der Anfang davon ist echt gut. Der Anfang ist oft der wichtigste Teil, weil man die Aufmerksamkeit des Hörers gewinnen muss. Zu „Coach Me“ habe ich geschrieben: „Ich mag den Anfang wirklich gerne, weil es sich so langsam aufbaut. Der Refrain ist auch gut.“

PIERS MARTIN