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Hoping you never bump into her again for the rest of your life isn’t a great feeling, but the six hours of completely insane contortionist fucking at her weird apartment with three cats is going to be pretty unforgettable. Comments/Enlarge | See all


Not sure whether this is a crustie wearing the pelt of the bridge-and-tunnel douche he just curbed or a former stockbroker who just went off the deep end but color my pants brown either way. Comments/Enlarge | See all






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John Davis Sally Shapiro Diskokaine Wolfram



Diskokaine ist wohl einer der schlimmsten Namen aller Zeiten für ein Plattenlabel. Was für einen Standard wollen die Leute hinter Diskokaine denn da setzen? Ist denen nicht klar, dass viele ihrer jüngeren, begeisterungsfähigen Fans von diesem Namen beeinflusst werden könnten? Und wenn die Polizei erst von Diskokaine erfährt, könnte man dort richtigen Ärger kriegen. Sollten die Drogenfahnder einen Hinweis erhalten, könnten sie dem Labeloffice mal einen Besuch abstatten, zum Beispiel an einem Freitagabend, wenn die Leute dort mittels diverser Erfrischungen versuchen, von der harten Arbeitswoche runterzukommen. Dann wäre aber die Hölle los. Hoffentlich lesen sie das hier und handeln schnell.

Ich wünschte, ich hätte den Boss von Diskokaine, Wolfram aus Wien, mal darauf angesprochen, als er mir per Mail seine zwei neuen Diskokaine-Platten anbot. Aber wie es aussieht, weiß er eh schon, was Sache ist. Die österreichischen Behörden sind erbarmungslos. Ich fragte Wolfram, Künstlername Marflow (das ist Wolfram rückwärts), ob er schonmal verhaftet wurde: „Einmal hatte ich einen ziemlich lauten Streit mit meiner Freundin, woraufhin die Polizei auftauchte und mich fragte, ob ich sie geschlagen hätte, die Nachbarn hätten angerufen, aus Angst vor einem Kettensägenmassaker nebenan. Ich erzählte, dass wir lediglich am Faustficken waren. Trotzdem musste ich 80 verdammte Euros blechen.“ Seine Schlussfolgerung? „In Österreich ist es teurer seine eigene Freundin zu penetrieren, als sich eine Nutte zu bestellen. Verdammt!“

Seltsamerweise zeigt Wolfram eine ähnliche Geringschätzung für die Musik, die er veröffentlicht, obwohl seine drei Diskokaine 12"s gar nicht so schlecht sind. Die erste, eine trashige, runtergestrippte Elektro-Disco-Kollaboration zwischen Wolfram und Princess Superstar, hieß „Lick the Alphabet“ und kam letztes Jahr raus. „Mir hing die Platte schon zum Hals raus, weil ich sie so oft gehört hatte“, erzählt er. „Ist halt bloß Popmusik, das hält nicht lange.“ Der Nachfolger, Diskokaines „Rock-a-Boogie“, rumort auf süchtig machende Weise und featured Legowelts Danny Wolfers an den Synths (immer ein Bonus). „Die ist richtig schlecht“, versichert Wolfram, „die Vocals hab ich irgendwo in Mallorca auf meinem Laptop aufgenommen, total besoffen. Danny hat dann noch zwei Minuten Synthies drübergespielt. Er hatte diesen winzigen Synth dabei, so groß wie ein Gameboy und mit Batteriebetrieb, also haben wir es gleich mit meinem alten Powerbook aufgenommen und ich hab’s zu einem tschechischen Presswerk geschickt, das hat dem Sound auch nicht gerade gut getan. Aber ich kann ja immer sagen, dass ich old Chicago und ein bisschen von Ron Hardys Disco-Flair imitieren wollte. Egal, die B-Seite erinnert mich an so beknacktes Fast Eddie-Zeug und sie klingt viel besser.“

Allerdings verliert Wolfram kein einziges schlechtes Wort über die neuste Diskokaine: „I’ll Be By Your Side“ von Sally Shapiro. Wahrscheinlich weil er sie nicht produziert hat, vielleicht auch weil sie in jeder Hinsicht ein völlig perfektes Stück Italo-Synthiepop darstellt. Wie all die klassischen Italo-Vocal-Produktionen aus den frühen 80ern existiert auch „Sally“ nur auf dem Papier—eigentlich stammt sie aus Schweden, eine Freundin des Produzenten Johan Agebjörn. Mit einer verspielten Melodie und analogem Flavour kriegt „I’ll Be By Your Side“ das melancholische Italo-Gefühl weit authentischer hin als z.B. Alden Tyrell. Einer der besten Popsongs des Jahres. Auf der B-Seite befindet sich das passend betitelte „Overload“, eine saftig abgedrehte, hypermelodische 8-Bit-Synthie-Odyssee von Agjebörn, die Erinnerungen an die erhabenen Scif-Fi-Instrumentals von Hypnosis und Koto weckt. Der andere Track auf der B-Seite „Time to Let Go“, ist genauso herzzerreißend gut wie „I’ll Be By Your Side“. Wenn man den Infos im Cover der Platte glaubt, stammt es von 1983 aus Italien. Die Angabe der Internetadresse—www.diskokaine.com—widerspricht dem irgendwie.

Ein weiteres Label, das sich mit außergewöhnlichem Elektro beschäftigt, ist Citinite aus London (www.citinite.com), geführt von einem der begnadetsten Mixmaster der Haupstadt, Manny Zambrano. Die beiden Mixes auf der Website sind auf jeden Fall einen Download wert. Diesen Monat erscheinen die ersten beiden Releases des Labels. „Cazelica“ ist eine eigentümliche neue Sechs-Track EP von US-Funk-Cat Robert O’Dell, der vor einer Weile auf Rephlex veröffentlicht hat und jetzt klingt wie Prince in der Waschmaschine. Seine befremdliche Sax-getränkte Bearbeitung des Rolling Stones-Stücks „Miss You“ ist die Sorte Coverversion, die die meisten Musiker lieber für sich behalten würden, was sie irgendwie umso zauberhafter erscheinen lässt. Aber eigentlich ist es das Album von South Carolinas Dance-Veteran John Davis, Flashcan, das wirklich beeindruckt. Eine Neun-Track-Compilation aus Elektro-Cuts von superraren 12"s, die David 1984 produziert hat, während er als Soldat in Deutschland stationiert war. Später arbeitete er mit Ice-T und Terry Lewis von The Time, in den 90ern spielte er mit Babyface in Los Angeles. Flashcan enthält einige klassische Robo-Funk-Jams und smoothen Elektro mit Seele. Mit seinen lockeren Vocoder-Melodien und umwerfendem Drum-Programming kommt David rüber wie ein benebelter ägyptischer Casanova und mit Tracks wie „Cyborg 203“ und der tränengetränkten Eleganz eines „Dream Six-0“ hat er einige zukünftig verlorene Klassiker produziert, oder sind es verlorene Zukunftsklassiker? Ihr wisst schon, was ich meine. Mit zwei der größten Namen des klassischen und zeitgenössischen Elektro unter seinen Fittichen, die für dieses Jahr sogar noch weitere neue Releases auf Citinite geplant haben, dürfte Manny Zambrano das Grinsen auf jeden Fall so schnell nicht vergehen.

PIERS MARTIN